Mittwoch, 31. August 2011

Es ist Zeit,
Zeit zu gehn
Und zu verstehn,
Dass man nur weiter kommt
Wenn man vorwärts geht.

Es ist Zeit,
Zeit hinter sich zu lassen,
Ein ganz neues Kapitel zu verfassen
Und mit geöffneten Augen
In die Zukunft zu sehen.




Jetzt sind es also nur noch 31 Tage und 10 Stunden bis es für mich losgeht... Und um ehrlich zu sein: Ich hab Angst. Und zwar richtig. Richtig, richtig.

Trotzdem weiß ich irgendwo tief in mir, dass es Zeit ist, zu gehn. Es wird Zeit für mich ein neues Kapitel anzufangen und nach vorne zu sehen. 

Warum ich dann so Angst hab und so verunsichert bin? 

Eigentlich ganz einfach: Weil ich ein Mensch bin - ein zutiefst verunsicherter Mensch, der sich nichts sehnlicher wünscht als Veränderung, aber gleichzeitig riesige Angst vor Enttäuschung hat. Ich hab Angst, gerade WEIL es eine neue Situation, eine Veränderung ist. Und demnach weiß ich absolut nicht, was auf mich zukommt. 




Whatever... Eigentlich schonmal aufgefallen, dass Zeit etwas ist, was jeder hat, aber irgendwie (fast) jeder ändern möchte?

Die einen wollen, dass ein Tag mehr als 24 Stunden dauert, die anderen möchten, dass er kürzer wird. Manche Menschen wünschen sich nichts sehnlicher, als dass jemand die Zeit zurückdreht, damit sie nochmal von vorne anfangen und alles besser machen können. Und wieder andere Menschen möchten die Zeit gerne vorspulen, weil sie zum Beispiel einfach nicht erwarten können, älter, erwachsener, reifer, erfahrener oder sonst was zu werden. Und dann gibt es noch die Menschen, die sehr dankbar für die Erfindung einer Pausetaste wären - Das sind dann Menschen, die den Augenblick genießen und am liebsten nie wieder etwas verändern möchten. Oder es sind Menschen, denen alles zu schnell geht, an denen die Zeit nur so vorüber zieht und die einfach mal wieder durchatmen möchten, ohne, dass irgendetwas um sie herum zusammenbricht. 

Aber egal, was man sich davon gerade wünscht, irgendwie ist alles nicht so das Wahre. Die einen leben in der Vergangenheit, die anderen in der Zukunft und die nächsten funktionieren mehr, als dass sie leben...

Ich glaub, es ist sau schwer, einfach im hier und jetzt zu leben, die Vergangenheit zu akzeptieren, sich auf die Zukunft zu freuen, aber den Tag und die Zeit, die man hat, zu nutzen. 

Wer's kann, darf sich gerne bei mir melden...

Donnerstag, 25. August 2011

Neue Erfahrungen können wir nur machen, wenn wir bereit sind, Vertrautes hinter uns zu lassen!


Jetzt sind es also nur 36 Tage und 12 Stunden...

Ich erinnere mich noch daran, als ich vor über einem halben Jahr in meinem Zimmer saß und den lang ersehnten Brief in der Hand hielt. Die Gefühle, die mich ergriffen, waren überwältigend. Es stand für mich einfach so viel auf dem Spiel. Eine Zusage würde bedeuten, dass mir ein vollkommen neuer Lebensabschnitt bevor steht, während eine Absage für mich heißen würde, dass ich mindestens zwei weitere Jahre hier aushalten müsste.

Um es kurz zu machen: Ich bekam eine Zusage. Und so werde ich mich in 36 Tagen und 12 Stunden hunderte von Kilometern von zu Hause entfernt befinden. Ich werde auf eine Jüngerschaftsschule gehen und mich dort von Gott verändern und gebrauchen lassen.

Klar, ich freue mich riesig darauf, aber andererseits ist da diese Angst, die mir einreden möchte, dass ich das nicht schaffe, dass das, was ich tue falsch ist. Und um ehrlich zu sein: Ich finde diese Angst durchaus berechtigt. Vor allem jetzt, wo es mir schlecht geht, mein Glaube kleiner ist als ein Staubkorn und ich hier zu Hause endlich ein bisschen Halt finde, fällt es mir schwer zu gehen. Ich habe Angst davor, das hier hinter mir zu lassen und etwas neues zu wagen. Aber ich glaube, für mich ist es die einzige Möglichkeit, um neue Erfahrungen zu machen. Ich brauche einen Neuanfang, sogar mehr als je zuvor! Und deshalb wird es Zeit für mich, zu gehen. Zeit, mein eigenes Leben aufzubauen, meine eigenen Entscheidungen zu treffen und eigene Erfahrungen zu sammeln.

Ich weiß, es wird schwer. Ich werde mich oft überfordert fühlen. Und es wird oft auch schmerzhaft für mich sein, mich mit meiner Vergangenheit auseinander zu setzen, um mit ihr ganz abzuschließen. Aber es muss sein. Und ich bin davon überzeugt, dass Gott da sein wird, mich führen wird und mir in all dem beisteht, denn er tut es jetzt schon. Er trägt mich, wenn ich nicht mehr selbst vorwärts gehen kann. Und wenn ich mal wieder keinen Sinn im Leben sehe und fertig mit der Welt bin, ist er da, um mich aufzufangen und mich fest in seinen Arm zu nehmen. Er wird mir beistehen in allem, was ich tue. Und er macht mir keine Vorwürfe, wenn ich etwas falsch mache, weil er so unglaublich viel Liebe und Geduld mit mir hat. Ich tue all das also nicht, weil ich glaube, dass ich es kann. Ich tue das, weil ER's kann!

Dienstag, 23. August 2011

Warten auf das Happy End... Part 2

Es war einmal vor langer, langer Zeit ein kleines, zierliches Mädchen, das drei große Geschwister hatte. Die Geschichte von ihr und ihrem ältesten Bruder wurde schon erzählt und so wird nun die Geschichte von ihr und ihrem anderen Bruder erzählt.

Ihre Kindheit über herrschte immer nur Streit zwischen den beiden Geschwistern. Der Bruder wollte nichts von seiner nur drei Jahre jüngeren Schwester wissen; sie war ihm regelrecht peinlich. Und so wurden Grenzen gesetzt. Der Schulhof in der Grundschulzeit wurde geteilt, so dass man den anderen nicht zu Gesicht bekam und wo er war, durfte sie nicht sein.

Doch als die Beiden älter wurden, näherten sie sich langsam an, denn sie hatten eine gemeinsame Leidenschaft in sich entdeckt: Die Musik.

Im Laufe der Jahre wurde es zur Normalität zusammen Musik zu machen, zu singen, Lieder zu schreiben und einfach zu genießen. Außerdem hatten beide ihre Eigenarten und so war es nicht verwunderlich, dass sie immer wieder verrückte Sachen machten. Schon am Morgen, bevor sie in die Schule gingen gab es Waschmittel- oder Deoschlachten. Es wurde normal für sie, sich mit Essen zu beschmeisen, so viele Smarties wie möglich zu essen, Toastbrot mit Marmelade, Pfeffer, Käse und Kaufbonbons runterzuwürgen, Colafontainen zu machen, Weingläser zu zersingen, verrückte Fotos und Videos zu machen und überhaupt einfach zusammen zu lachen.

Aber weder Bruder noch Schwester waren wirklich zufrieden mit ihrem Leben. Sie fühlten sich nicht wohl, nicht richtig. Ihre Familie war keine Familie und ihre Freunde wohnten für ihre Verhältnisse am anderen Ende der Welt. Anspannung und Streit herrschten in ihrem zu Hause, das eigentlich nur als Wohngemeinschaft diente. Niemand hatte eine wirkliche Beziehung zu dem anderen, niemand wusste wirklich etwas über den anderen.

Als sie bemerkten, dass es ihnen beiden so geht, verbündeten sie sich. Sie wollten etwas verändern, denn es machte sie beide kaputt und unzufrieden. Und so kümmerten sie sich umeinander. Der große Bruder nahm die kleine Schwester abends mal mit und unternahm etwas mit ihr, damit sie auch von zu Hause raus kam und die kleine Schwester hielt dem großen Bruder den Rücken frei, beruhigte ihn und zeigte ihm, wie er sein Leben ein bisschen besser gestalten könnte.

Doch sie lebte in ständiger Angst um ihn und als er völlig unerwartet im Krankenhaus landete, wusste sie, dass wenn er sterben würde, auch sie sterben würde. Niemand wusste genau, was mit ihm los war und ob es lebensgefährlich war oder nicht, doch es musste davon ausgegangen werden. Und so kam es, dass sie völlig überfordert mit dieser Situation war, da ihr Bruder ihr einziger Halt war.

Als er dann aber wieder aus dem Krankenhaus raus durfte, fing das ganze Chaos und der Schmerz erst recht an. Ein klärendes Gespräch mit ihren Eltern war an der Reihe, denn für die Geschwister wurde es höchste Zeit endlich damit rauszukommen, wie sie sich fühlten. Der Bruder, der immer noch völlig verstört und am Ende seiner Kräfte war, beschloss für einige Wochen zu Freunden zu ziehen und so blieb die kleine, verzweifelte Schwester mit ihren Eltern, ihrer Angst und ihrem Schmerz alleine zurück.

Diese Zeit war eine der schwersten, die das kleine Mädchen jemals ertragen musste. Sie war zwar schon fünfzehn und hatte in der Zwischenzeit einiges an schlechtem erlebt, trotzdem war sie vollkommen überfordert. Sie war aufgewühlt von dem Gespräch mit ihren Eltern und wusste nicht, ob sie überhaupt in der Lage war, ihnen jemals wieder zu vertrauen. Ihr einziger Halt, den sie zu Hause hatte war auf einmal weg. Und so blieb sie alleine mit ihren ganzen, unerträglich schmerzenden Gefühlen.

Niemand fragte sie, wie es ihr ging, stattdessen war sie diejenige, die ihren Eltern erklären musste, wie sie mit ihrem Bruder umgehen müssen. Das, was sie damals an Verantwortung übernahm, war viel zu viel für so ein kleines, zerbrochenes Mädchen und so war es kein Wunder, dass sie immer mehr kaputt ging und immer mehr verzweifelte.

Doch als ob das nicht schon schlimm genug wäre, kamen die ganzen Gefühle gegenüber ihrem Bruder hoch, denn niemals hatte er ihr gesagt, dass er sie lieb hat. Er hat ihr nie ein nettes Kompliment gemacht. Das einzige, was die Beiden miteinander ausgetauscht hatten, waren Beleidigungen. Nichts davon war ernst gemeint und trotzdem hinterließ es Spuren in ihr. Außerdem wurde sie das Gefühl nicht los, nur als Ersatz zu dienen. Sie war gut genug, um ihm zu helfen, wenn gerade niemand anderes da war. Immer, wenn er etwas wollte, sollte sie springen. Aber er hatte nie Zeit, um ihre einen Gefallen zu tun. Alles, was er ihr versprach, hielt er nicht ein. Und so war es nicht ungewöhnlich, dass sich in diesem Mädchen Gefühlte der Enttäuschung und der Verletztheit verbreiteten. Ihr Bruder war schließlich nicht der erste, der sie so tief verletzt hat, dass sie sich kaum mehr zu öffnen wagt.

Sie weiß zwar, dass sein Leben nicht einfach ist und trotzdem wünscht sie sich nichts mehr, als dass er sie wahrnimmt, auch mal an sie denkt und sieht, wie es ihr geht. Was würde sie darum geben, ein Kompliment von ihm zu hören, ein "Dankeschön" oder ein "Tut mir Leid". Sie würde vieles dafür geben, denn trotz dieser Enttäuschung, die sie erlebte, verspürt sie eine Liebe gegenüber ihm, die nur darauf wartet, dass sie endlich erwidert wird.

Montag, 22. August 2011

Warten auf das Happy End...

Es war einmal vor langer, langer Zeit ein kleines, zierliches Mädchen, das drei große Geschwister hatte. Doch keins ihrer Geschwister war ihr so lieb, wie ihr größter Bruder. Schon in der ersten Sekunde, in der er sie sah, schloss er sie in sein Herz und schwor sich, dass er immer auf dieses liebliche, kleine Geschöpf aufpassen würde.

Als sie älter wurde bemerkte sie das und so schloss auch sie ihn in ihr noch unsicheres Herzchen. Ihr großer Bruder wurde ihr Held und ihr Beschützer. Sie bewunderte ihn wie keinen anderen Menschen auf dieser Welt. Sie liebte ihn von ganzem Herzen und in seiner Gegenwart fühlte sie sich immer sicher und geborgen.

Doch schon mit sechs oder sieben Jahren hatte sie große Sorge um ihren Bruder, denn niemand war ihr so wichtig wie er. Und sie hatte allen Grund, sich Sorgen zu machen, denn er begann abzurutschen. Er fing an zu rauchen, Drogen zu nehmen und auch sein Glaube an Gott verlor er mit der Zeit. Dem kleinen Mädchen brach das fast das Herz und so war es keine Seltenheit, dass sie sich nachts in den Schlaf weinte.

Immer wieder sagte sie ihrem Bruder, wie sehr sie sich wünschte, dass er damit endlich aufhörte, aber auch das brachte nichts. In ihrer Verzweilfung bat sie Gott immer und immer wieder, dass er ihn retten möge. Dafür wäre sie auch bereit gewesen zu sterben. Sie hatte zwar riesige Angst vor dem Tod, doch noch mehr Angst hatte sie, dass sie die Ewigkeit nicht mit ihrem Bruder verbringen könnte.

Mit der Zeit gab sie die Hoffnung jedoch auf und akzeptierte es so, wie es war. Das allerdings änderte nichts an der Liebe gegenüber ihrem Bruder.

Doch dann, als sie um die vierzehn Jahre und damit mitten in der schwierigen Phase ihres Lebens war, begannen all diese Gefühle für ihren Bruder sich zu verwandeln. Er verletzte sie sehr, Tag für Tag, Stunde für Stunde, ohne, dass er es wirklich bemerkte. Während sie innerlich kaputt ging und immer mehr der völligen Verzweiflung näher kam, begann sein Leben sich zum Guten zu wenden. Aber sie konnte sich nicht mehr darüber freuen, denn aus Liebe wurde Hass und Bitterkeit, aus Bewunderung Verachtung und aus Sicherheit große Angst.

Was er ihr angetan hat, kann niemand mehr jemals rückgängig machen und es wird immer ein Teil von ihr sein, denn mit ihren in der Zwischenzeit sechzehn Jahren ist diese Verletzung größer als je zuvor. Schon vor über einem halben Jahr ist er ausgezogen und steht auf eigenen Beinen und so hat auch die Angst und die Unsicherheit, die sie zu Hause verspürte, aufgehört. Und trotzdem bemerkte sie erst jetzt, was diese Zeit wirklich mit ihr und ihrem Herzen angerichtet hat.

Ihr Bruder hat schon länger keine andere Wahl mehr, als dieser Wahrheit, dass er sie unendlich verletzt hat, ins Auge zu sehen. Und dennoch verdrängt er sie. Ob es Stolz ist, weiß man nicht, denn es könnte auch die eigene Verletztheit sein, die ihm sagt, dass er als Beschützer versagt hat. Sicher ist jedoch eines: Seine kleine Schwester bräuchte ihn jetzt mehr als je zuvor, denn so sehr sie ihn auch hasst, so sehr sie auch verbittert ist, so sehr wünscht sie sich nichts sehnlicher als ein "Es tut mir Leid" von ihrem großen, starken Bruder zu hören, der sie einfach nur fest in den Arm nimmt und ihr sagt, dass alles wieder gut wird.

Mittwoch, 10. August 2011

Wegrennen ist in Ordnung, solange du zu Jesus rennst!

Ja, ich möchte wegrennen. Wegrennen von hier, um alles hinter mir zu lassen und von vorne anzufangen. Ich möchte endlich abschließen mit der Vergangenheit und voller Hoffnung in die Zukunft blicken. Die Frage ist nur wie das gehen soll, wenn ich immer wieder davonrenne, wenn es brenzlig wird...

Ich glaube an dem Satz oben ist etwas Wahres dran, denn wenn ich zu Jesus renne, dann habe ich die Möglichkeit bei ihm wieder zu neuen Kräften zu kommen und Hoffnung und Mut zu finden. Ich glaube, dass er mir auch helfen kann, vergangenes hinter mir zu lassen. Bei ihm werde ich den Trost finden, den ich brauche. Er wird mir beistehen, mich beschützen und mir immer wieder helfen. Er will auch, dass ich wieder gesund werde und glücklich und zufrieden sein kann. Wenn ich leide, leidet er mit. Wenn ich mir Sorgen mache, ist er besorgt. Bei ihm werde ich alles finden, was ich zum Leben brauche, wieso sollte ich also nicht zu ihm rennen?

Um es auf den Punkt zu bringen: Ich glaube, wenn man verzweifelt, hoffnungslos, hilflos und was auch immer alles ist; wenn man vor sich und seinem Leben davon rennen möchte, weil man einfach nicht mehr kann, dann ist das Beste was man tun kann, zu Jesus zu rennen. Er wartet nur darauf, dass wir endlich zu ihm kommen und uns in seine ausgestreckten Arme fallen lassen.

Dienstag, 2. August 2011

Der kaputte Krug

Es war einmal ein Wasserträger in Indien. Auf seinen Schultern ruhte ein schwerer Holzstab, an dem rechts und links je ein grosser Wasserkrug befestigt war.

Nun hatte einer der Krüge einen Sprung. Der andere hingegen war perfekt geformt und mit ihm konnte der Wasserträger am Ende seines langen Weges vom Fluss zum Haus seines Herrn eine volle Portion Wasser abliefern. In dem kaputten Krug war hingegen immer nur etwa die Hälfte des Wassers, wenn er am Haus ankam.

Für volle zwei Jahre lieferte der Wasserträger seinem Herrn also einen vollen und einen halbvollen Krug.

Der perfekte der beiden Krüge war natürlich sehr stolz darauf, dass der Wasserträger in ihm immer eine volle Portion transportieren konnte. Der Krug mit dem Sprung hingegen schämte sich, dass er durch seinen Makel nur halb so gut war wie der andere Krug.

Nach zwei Jahren Scham hielt der kaputte Krug es nicht mehr aus und sprach zu seinem Träger: "Ich schäme mich so für mich selbst und ich möchte mich bei dir entschuldigen."
Der Wasserträger schaute den Krug an und fragte: "Aber wofür denn? Wofür schämst du dich?"
"Ich war die ganze Zeit nicht in der Lage, das Wasser zu halten, so dass du durch mich immer nur die Hälfte zu dem Haus deines Herrn bringen konntest. Du hast die volle Anstrengung, bekommst aber nicht den vollen Lohn, weil du immer nur anderthalb statt zwei Krüge Wasser ablieferst." sprach der Krug.

Dem Wasserträger tat der alte Krug leid und er wollte ihn trösten. So sprach er: "Achte gleich einmal, wenn wir zum Haus meines Herrn gehen, auf die wundervollen Wildblumen am Strassenrand."
Der Krug konnte daraufhin ein wenig lächeln und so machten sie sich auf den Weg. Am Ende des Weges jedoch fühlte sich der Krug wieder ganz elend und entschuldigte sich erneut zerknirscht bei dem Wasserträger.

Der aber erwiderte: "Hast du die Wildblumen am Strassenrand gesehen? Ist dir aufgefallen, dass sie nur auf deiner Seite des Weges wachsen, nicht aber auf der, wo ich den anderen Krug trage? Ich wusste von Beginn an über deinen Sprung. Und so habe ich einige Wildblumensamen gesammelt und sie auf deiner Seite des Weges verstreut. Jedes Mal, wenn wir zum Haus meines Herrn liefen, hast du sie gewässert. Ich habe jeden Tag einige dieser wundervollen Blumen pflücken können und damit den Tisch meines Herrn dekoriert. Und all diese Schönheit hast du geschaffen."