Als ich am Freitag nach der Jugend zum Zug gelaufen bin, habe ich meinen Stern wieder gesehen. Er ist der hellste am Himmel und so erkenne ich ihn immer und überall. Dort wo ich bin, ist er auch.
Vor zwei Jahren habe ich diesen Stern zum ersten mal gesehen. Ich war in den Sommerferien auf einem Camp und ich muss schon sagen, es ging mir echt dreckig. Sieben Tage lang habe ich nichts gegessen, (Nein, ich bin nicht magersüchtig!) weil es mir einfach schlecht ging. Ich habe gemerkt wie leer ich innerlich bin. Und Gott war so weit weg. Ich habe ihn früher immer und immer wieder gebeten, dass er mir endlich jemand schickt, der mich versteht und mich akzeptiert. Und ich hatte ehrlich gesagt mit der Zeit schon fast geglaubt, Gott hätte mich vergessen! Aber er hat es nicht, im Gegenteil...
Kurz bevor das Camp zu Ende war, bin ich mit einem Mädchen aus meinem Team spazieren gegangen. Es war Nacht und zusammen sind wir über die dunklen, verlassenen Feldwege gelaufen und haben geredet. Es war ein sehr tiefsinniges Gespräch, das mich sehr zum nachdenken gebracht hat. Als wir dann am Haus wieder ankamen, blieben wir dort stehen und redeten weiter. Und während wir redeten, sah ich diesen Stern. Er war so hell und so schön und auf einmal hatte ich nur noch Augen für ihn. Ich stand einfach nur da und sah ihn an und plötzlich ergab alles einen Sinn! Alles, was in den letzten Tagen geschah fügte sich zu einem Bild zusammen. Ich sah diesen roten Faden, der durch die gesamten letzten Jahre ging! Und in dieser Sekunde machte es "Klick" bei mir - Ich fing an über das ganze Gesicht zu strahlen und mein Herz füllte sich mit einer Ruhe, einem Frieden, den ich zuvor nicht gekannt hatte. Und da war auf einmal diese Gewissheit in meinem Herzen, dass Gott da ist und mich liebt. Es ist, als ob Gott zu mir sagte "Mach die Augen auf - Ich bin doch bei dir! Ich liebe dich! Und du musst keine Angst haben, ich lass dich nicht alleine!"
An diesem Tag (oder besser gesagt in dieser Nacht) wurde "der Gott, der irgendwo ganz weit da oben ist" zu "meinem liebevollen Papa", der nur darauf gewartet hat, dass ich endlich sehe, dass er die ganze Zeit über direkt hier bei mir war. Die Gewissheit, die er mir damals in mein Herz geflüstert hat, ist immer noch da und dort wird sie auch immer bleiben. Und dieser Stern - er gehört mir, weil mein Papa ihn mir geschenkt hat. Jedes mal, wenn ich ihn sehe, huscht ein kleines Lächeln über mein Gesicht, egal wie schlecht es mir geht, denn ich erinnere mich daran, dass Gott da ist und mich unendlich liebt. Ich bin seine Prinzessin und das werde ich auch immer bleiben.
Dienstag, 27. September 2011
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